Kunst in den Gerichtshöfen e.V.

Im Jahr 1983 mieteten die ersten Künstler zu günstigen Konditionen Gewerberäume in den sechs Gerichtshöfen in Berlin-Wedding und bauten sie nach ihren Bedürfnissen zu Ateliers um. Im Laufe der Jahre wuchs das Kunstquartier zwischen Gericht- und Wiesenstraße und entwickelte sich zu einem Ort der Dynamik und Kreativität. Hier existiert noch die für Berlin so typische Mischung aus Künstlerateliers, Werkstätten, Wohnungen und Handwerksbetrieben. Mit gut 70 Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlichster Herkunft und künstlerischer Ausrichtung ist hier inzwischen eines der größten Kunstquartiere Deutschlands entstanden.

Die Präsentation nach außen ist Tradition

Offene Ateliers haben eine lange Tradition in den Gerichtshöfen. In den ersten Jahren organisierten die Künstler, teilweise zusammen mit dem Kunstamt Wedding, Offene Ateliers, Frühschoppen und Atelierbesuche in der Veranstaltungsreihe „Lebendiges Museum“.

Die Vermieterin GESOBAU AG erkannte das Potential der Künstler und beschloss, sich hier finanziell zu engagieren. 1995 veranstaltete die Künstlergruppe zum ersten Mal mit der GESOBAU zusammen Offene Ateliers unter dem Titel „Weddinger Sommerfest in Hof + Atelier“. Außerdem erschien ein von der GESOBAU finanzierter, aufwändiger Katalog der 21 beteiligten Künstler und bot erstmals einen repräsentativen Überblick des künstlerischen Schaffens in den Gerichtshöfen. Diese Version der Offenen Ateliers wurde bis zum Jahr 2002 fortgesetzt.

Vom August 2002 bis Januar 2004 nahmen die Künstler zusammen mit der GESOBAU regelmäßig an der „Langen Nacht der Museen“ teil, die von Mal zu Mal mehr Besucher in die Gerichtshöfe lockte.

Da die GESOBAU ihr Engagement aus wirtschaftlichen Gründen wieder reduzieren musste, gründete die Künstlergruppe 2004 den Verein „Kunst in den Gerichtshöfen e.V.“. Er verfolgt das Ziel, die Ateliers auch weiterhin zu verschiedenen Anlässen zu öffnen und die Gerichtshöfe zu einem Ort des lebendigen Austauschs für Nachbarn, Künstler und Kunstbegeisterte zu machen. Er ist gemeinnützig, nicht kommerziell ausgerichtet und finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen. Alle Künstler der Gerichtshöfe können unabhängig von der Vereinsmitgliedschaft an den Projekten teilnehmen und mitarbeiten. Die erste selbst organisierte Teilnahme an der „Langen Nacht der Museen“ fand im August 2004 statt.


Die Art Lounge (2005–2009)

Mit Unterstützung der GESOBAU und weiterer Sponsoren wurde 2005 ein leer stehender Raum zur Art Lounge ausgebaut und in Betrieb genommen. Die Lounge stand bis 2009 den Künstlern, Gewerbetreibenden, Hof-Nachbarn und auch der GESOBAU für Veranstaltungen zur Verfügung. Sie wurde für Ausstellungen, Theateraufführungen, Workshops, Lesungen und Feiern genutzt und diente zur „Langen Nacht der Museen“ als zentraler Treffpunkt mit Informationsstand, gastronomischem Angebot und Sitzgelegenheiten. Im Jahr 2009 wurde die Art Lounge zum Gewerberaum umgebaut und vermietet.

Offene Ateliers, Workshops und Nikolaus-Vernissage

Mit diversen Veranstaltungen bietet der Verein auch heute einer breiten Öffentlichkeit an, das Entstehen von Kunst in den Ateliers kennen zu lernen, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen und auch selbst bei Workshops kreativ tätig zu werden. Das Angebot richtet sich nicht nur an ein kunst- und kulturinteressiertes Publikum, sondern auch an Menschen, die normalerweise nicht den Weg in eine Galerie finden.
Sei es zur „Langen Nacht der Gerichtshöfe“, zu besonderen Anlässen wie „Das MoMA geht, der Wedding kommt“, im Rahmen von Kunstmessen wie der „Art Forum“, zum „Wedding Kultur Festival“, mit Erwachsenen- oder Kinderworkshops oder zur jährlichen Nikolaus-Vernissage namens „MoKuzuMimi - Moderne Kunst zum Mitnehmen“. Die Künstler gewähren Einblick in die Ateliers und Werkstätten, zeigen aktuelle Arbeiten, verschiedene Werktechniken und suchen das persönliche Gespräch mit den Besuchern.

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